Bunter Aktionstag zur Hauptstadtzulage für alle

Bunter und lauter Aktionstag zur Hauptstadtzulage für alle. Mit hunderten Teilnehmerinnen und Teilnehmern  haben wir vor dem Roten Rathaus die Hauptstadtzulage für alle Beschäftigten der freien Träger in der sozialen Arbeit gefordert.

Dazu haben wir zum gemeinsam mit anderen paritätischen Mitgliedsorganisationen geplanten Aktionstag unsere Forderung #HauptstadtzulageFürAlle in metergroßen Buchstaben aufgestellt: 24 Meter war die auf Holzaufsteller gesprayte Botschaft lang.

Monatlich 150 Euro brutto mehr

Seit November 2020 zahlt der Senat den Beschäftigten des Landes Berlin und der landeseigenen Betriebe die sogenannte Hauptstadtzulage – monatlich 150 Euro brutto mehr Gehalt. Beschäftigte freier Träger in der sozialen Arbeit gehen leer aus. Wir wollen eine faire Bezahlung für alle Beschäftigten in der sozialen Arbeit und damit auch für die Mitarbeitenden freier Träger. Eine Online-Petition brachte bislang mehr als 12.000 Unterschriften.

„Zulage! Zulage!“ skandieren hunderte Menschen. Sie pfeifen und buhen in Richtung Rotes Rathaus, schwenken Fahnen und halten Schilder hoch. Die Forderung #HauptstadtzulageFürAlle tragen die meisten als Aufkleber auf ihrer Kleidung, zusammen mit dem Hinweis „systemrelevant“.

Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des Paritätischen Berlin bringt es auf den Punkt: „Das ist erst der Anfang, das kann ich Ihnen versprechen! Wir werden das Thema auf Landesebene weiter für Sie besetzen. Dafür stehen wir an Ihrer Seite“, ruft sie kämpferisch und die Menge spendet Beifall mit Trillerpfeife, lautem Klatschen und Rasseln.

Hohe Mobilisierung zum Aktionstag

Die Verärgerung bei den Paritätischen Mitgliedsorganisationen ist groß. Seit im Herbst 50.000 Postkarten am Roten Rathaus übergeben wurden, hat sich in Bezug auf die Forderung, die Hauptstadtzulage zu zahlen, nichts getan. Entsprechend hoch ist die Mobilisierung zum Aktionstag. Delegationen aus vielen Volkssolidaritäts-Kitas sind auch hier und kleben von ihren Kita-Kindern gemalte Bilder und aufgeschriebene Forderungen von Eltern und Belegschaft auf die besprayten Holzbuchstaben. Am Ende werden es hunderte bunte Zettel sein, die auf dem 24 Meter langen Werk kleben und im Wind flattern.

„Berlin wollte mit der Hauptstadtzulage die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Hauptstadt steigern“, sagt Martha Henschel, pädagogische Fachberatung bei der Volkssolidarität Berlin. „Im Ergebnis ist daraus eine Geringschätzung der Beschäftigten bei freien Trägern geworden. Ungleichbehandlung ist unfair, und die Hauptstadtzulage ist in dieser Form Ungleichbehandlung. Unsere Erzieher arbeiten nach der gleichen Qualitätsvereinbarung wie die landeseigenen Betriebe. Wir haben daher auch den gleichen Lohn verdient.

Auch Kitagruppen sind gekommen, um sich den bunten Aktionstag zur Hauptstadtzulage für alle anzusehen. Andächtig steht eine Gruppe von Kindern vor einem Buchstaben, an dem viele Zettel kleben. „Hier steht, dass Gleichbehandlung gut ist“, erklärt die Erzieherin.