Das 80-jährige Bestehen der Volkssolidarität ist ein willkommener Anlass für vielfältige Aktivitäten im Verbandsleben. Auch wenn vor 80 Jahren noch niemand daran dachte, dass die Volkssolidarität in Berlin einmal Träger von Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete aus aller Welt werden würde, sind diese Einrichtungen heute ein anerkannter Bestandteil unserer Sozial- und Wohlfahrtsorganisation. So rief die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Marzahn-Mitte am 18. Juni zu einem „interkulturellen Picknick“ in den Kiezpark Schönagelstraße auf.
Der Kiezpark ist ein vor wenigen Jahren geschaffener, großzügig angelegter Kinderspielplatz mit Geräten aller Art, ausreichend Bänken und Platz für Treffs. Angegliedert daran befindet sich der „Naschgarten“, ein Gemeinschaftsgarten für den Kiez, welcher von dem Projekt „Paradiesgärten“ betrieben wird. Die beiden Projekt- und Ehrenamtskoordinatorinnen unserer Gemeinschaftsunterkunft und der Erstaufnahmeeinrichtung Blumberger Damm der Heroservices gGmbH bereiteten die Veranstaltung zusammen mit ihren Kolleg:innen sowie den Mitarbeiter:innen des Paradiesgartens sorgfältig vor. Tatkräftig unterstützt wurden sie durch Mitarbeiter:innen des senatsgeförderten Projekts BENN Blumberger Damm (Berlin entwickelt neue Nachbarschaften) und durch das Projekt „Freilandlabor“.
Ein reichhaltiges Buffet lieferten die Spenden der Berliner Tafel. Die beiden aufgebauten Imbissstände boten ein buntes Angebot an Obst, Kuchen, selbstgemachten Eierkuchen und alkoholfreien Getränken. Nicht zu Unrecht machte die Einladung in den „Naschgarten“ neugierig auf die Leckereien. Rund 50 Besucher:innen der Gemeinschaftsunterkunft nahmen am Picknick teil. Auch einige Anwohner:innen wollten sich das „bunte Treiben“ nicht entgehen lassen. Gruppen platzierten sich sowohl auf Decken sitzend wie auch auf Stühlen und Liegestühlen. Gesprächsstoff gab es genug. Angefangen vom Zusammenleben in der Gemeinschaft mit seinen unterschiedlichen Belastungen, den politischen und sozialen Problemen in den jeweiligen Heimatländern bis hin zu Fragen des Erwerbs der deutschen Sprache und den Integrationsmöglichkeiten. Auch viele Kinder vergnügten sich auf dem anliegenden Spielplatz oder beim Bastelangebot vom Freilandlabor.
Bei allen Unterschieden in der Herkunft war das Bemühen der Gäste erkennbar, die deutsche Sprache und Kultur zu erlernen und kennenzulernen. Davon konnte ich mich als ehrenamtlicher Begleiter beim Erwerb der deutschen Sprache (ich betreue ein afghanisches Ehepaar) überzeugen. Arabische und persische Musik begleitete die Party im Freien, und schon bewegten sich einige tanzend im Rhythmus der Musik. Die Veranstaltung war nicht nur ein voller Erfolg, sondern stellte auch eine willkommene Abwechslung vom Leben in der Unterkunft dar.
Die Organisatorinnen der Veranstaltung möchten diese Art von Treffen in unterschiedlichen Formen fortführen: So soll am 7. Oktober, auch im Rahmen der Interkulturellen Tage Marzahn-Hellersdorf, ein Erntedankfest in Form eines weiteren interkulturellen Picknicks gefeiert werden.
Ein Dank an alle, die Anteil an der Vorbereitung und Durchführung des interkulturellen Picknicks hatten.
– Dr. Klaus Sack
