Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz

Wenn die Temperaturen steigen, steigt insbesondere das Gesundheitsrisiko für ältere und pflegebedürftige Menschen. Wie wichtig wirksame Schutzmaßnahmen sind, darüber informierte das Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin bei einer Pressekonferenz am 8. Juni in unserem Seniorenheim „Dr. Victor Aronstein“. Die Einrichtung hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen umgesetzt – von Sonnenschutzlösungen über angepasste Lüftungskonzepte bis hin zu kühlen Aufenthaltsbereichen für Bewohner:innen. „Mit diesem Thema setzen wir uns seit Jahren auseinander“, erklärt Geschäftsführerin Jana Spieckermann. „Ganz konkret geht es beispielsweise darum, kontinuierlich mehr Schatten im Garten zu schaffen, neue Bäume zu pflanzen und kleine Oasen entstehen zu lassen.“

Gemeinsam mit Vertreter:innen aus Politik, Gesundheitswesen und Pflege wurde darüber gesprochen, wie sich Menschen besser vor den Folgen zunehmender Hitzeperioden schützen lassen. Dabei wurde deutlich: Hitzeschutz bedeutet weit mehr als ausreichend zu trinken. Es braucht kühle Räume, schattige Aufenthaltsorte, durchdachte bauliche Maßnahmen und gut geschulte Mitarbeitende.

„Auch wenn es 2025 keine Hitzewelle gab, ist doch sicher, dass bald wieder eine kommt“, sagte Gesundheitsstaatssekretärin Ellen Haußdörfer, die in Vertretung für Senatorin Dr. Ina Czyborra an der Veranstaltung teilnahm. Hitzeschutz dürfe deshalb nicht erst dann beginnen, wenn die Temperaturen bereits kritische Werte erreichen.

Dass Hitzeresilienz weit mehr umfasst als ausreichendes Trinken, machte auch Torsten Wischnewski, stellvertretender Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin, deutlich. „Beim Hitzeschutz geht es auch um kühle Räume und baulichen Hitzeschutz.“

PD Dr. med. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin, verwies auf die erheblichen gesundheitlichen Folgen extremer Hitze und brachte die zentrale Forderung des Tages auf den Punkt: „Hitzeschutz braucht finanzielle Mittel.“ Prävention müsse stärker als bisher mitgedacht und finanziert werden.

Dabei ging der Blick über stationäre Pflegeeinrichtungen hinaus. Die Expert:innen machten deutlich, dass ein großer Teil hitzebedingter Todesfälle Menschen betrifft, die ambulant versorgt werden. Gerade dort brauche es verlässliche Informationen, Vorsorgepläne und Unterstützungsangebote für Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegedienste.

Dass Investitionen in Hitzeresilienz mehrfach wirken können, betonte Dr. Max Bürck-Gemassmer von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V. „Wenn es gelingt, diese Strukturen zu etablieren, haben wir eine Win-win-Situation“, sagte er. Diese Infrastruktur könne zugleich Einsamkeit entgegenwirken und die Lebensqualität verbessern.

So wird Hitzeschutz zu einem Baustein guter Versorgung – in Pflegeeinrichtungen ebenso wie im häuslichen Umfeld.