Aufruf zur Beteiligung – Zeitzeugnisse, Dokumente und Objekte zur deutschen Kriegsgefangenschaft 1945/46
In der französischen Normandie entsteht ein besonderer Erinnerungsort: Auf dem Gelände des ehemaligen Gefangenenlagers Foucarville soll 2028 ein Museum zur deutschen Kriegsgefangenschaft in Europa eröffnen. Zwischen 1945 und 1946 lebten dort mehr als 100.000 deutsche Kriegsgefangene – eine Geschichte, die in vielen Familien weiterlebt, aber oft nur in Fragmenten: in Erzählungen, Fotos, Briefen oder kleinen Gegenständen, die über Jahrzehnte aufbewahrt wurden.
Genau diese Spuren sucht die W. J. Kennedy-Stiftung jetzt – und ruft zur Sammel- und Dokumentationskampagne auf. Gesucht werden Archive, Tagebücher, Briefe, persönliche Erinnerungsstücke und Zeugnisse, die mit folgenden Lagern verbunden sind: den amerikanischen CCPWE-Lagern #19 (Foucarville) und #15 (Attichy-Croutoy), den französischen Lagern Dépôt Nr. 14 (Douai), Nr. 151 (Ste-Marthe) und Nr. 152 (Aubagne), dem britischen Camp 18 (Featherstone Park Camp) in Haltwhistle (Northumberland) sowie polnischen Lagern in Lędziny, Siemianowice Śląskie und Brzeszcze.
Vielleicht haben Ihre Eltern oder Großeltern in einem dieser Lager gelebt oder gearbeitet – oder in der Nähe gewohnt. Vielleicht gibt es in Ihrer Familie Erzählungen, Namen, Orte, Fotos, Feldpost, Notizhefte oder Gegenstände, deren Bedeutung bislang kaum jemand einordnen konnte. Bitte melden Sie sich: Jede Erinnerung, jedes Detail kann helfen, die Ausstellung zu vervollständigen – und die Geschichte der Betroffenen würdig zu dokumentieren. Auch kurze Hinweise oder mündliche Berichte sind wertvoll. Kontakt: Dr. Fabien Théofilakis (Sorbonne Universität Paris / Centre Marc Bloch Berlin) mucap.presse@gmail.com