Zum Welttag der Sozialen Gerechtigkeit fordert die Volkssolidarität: Geflüchteten eine Stimme geben

Zum Welttag der Sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar begrüßt die Volkssolidarität Berlin den Start der Berliner unabhängigen Beschwerdestelle (BuBS) durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales.

 

Die Beschwerdestelle ist ein weiterer wichtiger Schritt, um die Partizipation und die Gleichstellung von Menschen mit Fluchthintergrund zu stärken. Die Volkssolidarität Berlin freut sich besonders darüber, dass die Initiative für die Beschwerdestelle von geflüchteten Frauen ausgegangen ist. Über die Beschwerdestelle können sich Menschen mit Fluchtbiografie in ihrer Muttersprache zu ihrer Unterbringung oder anderen Hürden im Alltag wie Zugang zu Bildung, Wohnraum und Kinderbetreuung, direkt, unbürokratisch und anonym beschweren. Die Stelle ist telefonisch, in der Donaustraße 78 in Neukölln und durch aufsuchende Arbeit in den Berliner Flüchtlingsunterkünften ansprechbar. Beschwerden können auf Deutsch, Englisch, Arabisch, Kurdisch und Farsi angenommen werden. Ein Fachbeirat und ein Begleitgremium begleiten die Abläufe und sprechen Empfehlungen an die Landesregierung aus. Die Volkssolidarität Berlin wird die Umsetzung des Projekts weiter kritisch begleiten.

Mehr Infos unter https://www.bubs.berlin/.

 

Dazu sagt Dr. Uwe Klett, Vorstandsvorsitzender der Volksolidarität Berlin:

 

„Das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht. Wir bleiben dabei: Jeder Mensch in unserer Gesellschaft soll Zugang zu angemessenem Wohnraum haben. Leider verbleiben Geflüchtete häufig viel zu lang in Gemeinschaftsunterkünften, da sozialer Wohnraum fehlt. Das verhindert gesellschaftliche Durchmischung und wertvolle Zeit im Integrationsprozess verstreicht. Das wissen wir aus unserer Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten. Als Teil des Berliner Sozialgipfels kämpfen wir für sozial benachteiligte Menschen. Die Volkssolidarität Berlin fordert Konzepte für Integratives Wohnen, z.B. die weitere Entwicklung von Projekten für gemeinsames Wohnen in einem Campus mit sozialen Einrichtungen und Wohnungsbau, mit Berücksichtigung von Schul- und Kitaplätzen. Es braucht verbindliche Zusagen zur Wohnungsneubauförderung, um auch Geflüchteten den Zugang zu preiswerten Wohnungen mit WBS zu ermöglichen.“

 

Dazu sagt Susanne Buss, stellvertretende Landesgeschäftsführerin der Volkssolidarität Berlin:

 

„In unseren Projekten und Unterkünften für Geflüchtete setzen wir auf ein gleichberechtigtes und partizipatives Miteinander. Jede Stimme zählt. Dabei werden wir nicht müde und fördern aktiv das gesellschaftliche Zusammenleben. Auf dem umkämpften Wohnungsmarkt gibt es nicht ausreichend Sozialwohnungen, insbesondere für größere Familien. Geflüchtete sind bei der Wohnungssuche von Mehrfach-Diskriminierung betroffen. Der Schutz in den Unterkünften ist uns ein großes Anliegen, in Zeiten der Pandemie nimmt er eine noch größere Dimension ein. Die Beschwerdestelle ist ein weiteres wirksames Instrument, um mit den Betroffenen persönlich ins Gespräch zu kommen und Probleme aktiv zu beheben.“