Chronik 1945 - 2020

1945

Am 17. Oktober 1945 wird in Dresden auf breitester demokratischer Basis – ausgehend von einem gemeinsamen Aufruf von CDU, KPD, LDPD, SPD, den beiden Landeskirchen sowie dem FDGB – das Aktionsbündnis »Volkssolidarität gegen Wintersnot« gegründet. Auch in den anderen Bundesländern entstehen Aktionsbündnisse wie »Thüringen-Aktion gegen Not«, das »Hilfswerk der Provinz Sachsen-Anhalt«, das Hilfswerk »Volksaktion gegen Wintersnot« in Brandenburg und die »Volksaktion Heim und Arbeit« in Mecklenburg-Vorpommern. Aus ihnen geht 1946 länderübergreifend die heutige Volkssolidarität hervor.

1946

Beginn der Einrichtung der ersten Waisenheime, Kinderdörfer, Kindererholungsheime und Kindergärten. Bei der Aktion »Sommerfreude allen Kindern« werden insgesamt 246.000 Kinder betreut. Es entstehen soziale Einrichtungen wie Wärmestuben, Bahnhofsdienste, Volksküchen und andere.

1947

Im Juli erarbeitet die 1. Zonenkonferenz der Volkssolidarität einen Aktionsplan gegen die Wintersnot. Mit der Aktion »Hilfe dem Oderbruch« unterstützt die Volkssolidarität die Geschädigten. Im September wird das erste Kinderdorf im Schloss Wilhelmsthal bei Eisenach für bis zu 300 Kinder eröffnet.

1949

Mit der Gründung der DDR beginnt der Wandel der Volkssolidarität von einer Bewegung zu einer Organisation. In den Folgejahren gehen fast alle mehr als 1.000 Sozial- und Wirtschaftseinrichtungen in staatliche Regie über.

1950

Im September wird das bis heute einheitliche Emblem des Verbandes vorgestellt.

1954

Ab diesem Jahr wird die Arbeit der Volkssolidarität auf die Betreuung älterer Bürger konzentriert, es entstehen landesweit Veteranenklubs. In den Folgejahren wandelt sich die Volkssolidarität zu einer demokratischen Massenorganisation.

1968

Die VI. Zentrale Delegiertenkonferenz im April beschließt das Motto »Miteinander – Füreinander«. Anfang der 1970er Jahre erfolgte ausgehend davon eine Konzentration der Arbeit auf das Motto »Tätigsein – Geselligkeit – Fürsorge«.

1978

Die Volkssolidarität gründet Veteranenakademien.

1989

2,1 Millionen Mitglieder und fast 200.000 Volkshelfer gehören zum Verband. Mit den politischen Veränderungen in der DDR wird das alte Arbeitsprogramm außer Kraft gesetzt.

1990

Im Mai stellt die außerordentliche Delegiertenkonferenz die Weichen für das Wirken der Volkssolidarität als gemeinnütziger, parteiplitisch und konfessionell unabhängiger sowie selbständiger Sozial- und Wohlfahrtsverband in der Bundesrepublik. Zugleich begann die rechtliche Verselbstständigung der neu gebildeten Landesverbände. Ab Mitte des Jahres entsteht ein Netz von Sozialstationen der Volkssolidarität in den neuen Bundesländern. Beratungsstellen insbesondere zum Rentenrecht entstehen, Altenwohn- und Pflegeheime werden übernommen und Wohnanlagen des »Betreuten Wohnens« errichtet. Der erste im Auftrag der Volkssolidarität erarbeitete »Altenreport« wird vorgestellt. Im Dezember wird die Volkssolidarität Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband.

1991

Im März wird in Berlin der » Reiseklub für Senioren « gegründet.

1992

In diesem Jahr beginnt die Tradition der alljährlichen Chortreffen der Volkssolidarität und der Frühlings- und Herbstreffen des Reiseklubs. Im Juli wird die Volkssolidarität Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) Beginn der Übernahme von Kinder- und Sozialeinrichtungen in freier Trägerschaft.

2004

Im Mai demonstrieren die Volkssolidarität und der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Berlin erstmals gemeinsam » Gegen soziale Demontage – für soziale Gerechtigkeit «.

2006

Mit einer Plakataktion in allen ostdeutschen Ländern wendet sich die Volkssolidarität gegen Kürzungen und Verteuerungen von Leistungen in der Gesundheitsversorgung. Die Bundesdelegiertenversammlung beschließt eine neue Satzung, die das Profil der Volkssolidarität als Sozial- und Wohlfahrtsverband festschreibt.

2008

Volkssolidarität und SoVD starten ihre gemeinsame Aktion »Sozialabbau stoppen Sozialstaat stärken«. Dazu werden rund 217.000 Unterschriften gesammelt.

2010

Die Bundesdelegiertenversammlung beschließt, eine breite öffentliche Diskussion zu den neuen Anforderungen an die Verbandsarbeit zu führen, um die Volkssolidarität auf die neuen Probleme der wirtschaftlichen Entwicklung und des sozialpolitischen Um- und Abbaus einzustellen. Es wird ein Diskussionsmaterial »Zukunftsorientierung der Volkssolidarität »Miteinander – Füreinander: Zukunft sozialer gestalten« beschlossen.

2014

Am 14./15. November beschließt die Bundesdelegiertenversammlung eine neue Satzung und ein überarbeitetes Leitbild des Verbandes.

2015

Die Volkssolidarität gehört heute zu den großen und leistungsstarken Sozial- und Wohlfahrtsverbänden in der Bundesrepublik. Fast 200.000 Menschen sind in den 2.700 Mitgliedergruppen bundesweit aktiv. Mehr als 17.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen in den Kitas, Sozialstationen und anderen Einrichtungen täglich verantwortunngsvoll die ihnen Anvertrauten.

2016

Die Volkssolidarität Berlin betreibt im Auftrag des Landes fünf Notunterkünfte für Geflüchtete in umfunktionierten Turnhallen, Bürogebäuden und einer ehemaligen Klinik. Zur Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2016 fragt sie zentrale sozialpolitische Vorhaben der Parteien ab.

2017

Mit einem großen Fest bei der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in Marzahn-Hellersdorf und der Gay Night at the Zoo im Zoologischen Garten präsentiert sich der Verband neuen Zielgruppen.

2018

Der Fahrbare Mittagstisch der Volkssolidarität bekommt eine neue Küche. Im Herbst nimmt ein neuer Landesvorstand unter Dr. Uwe Klett seine Arbeit auf.

2019

Die achte Kita der Volkssolidarität in Berlin wird eröffnet. Die „Theo & Dora“ in Marzahn-Hellersdorf setzt einen besonderen Fokus auf die Inklusion von Kindern mit Hörschädigung.

2020

Die Volkssolidarität zählt allein in Berlin 1.600 Kolleg*innen, 14.500 Mitglieder und Förderer und mehr als 80 Projekte und Einrichtungen. Damit gehört sie zu den 100 größten Arbeitgebern der Hauptstadt. Gemeinsam mit anderen Landesverbänden startet sie eine Kampagne, um ihre Sichtbarkeit als Arbeitgeber zu erhöhen.

Kontakt: 75 Jahre Volkssolidarität

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Constance Frey

Leiterin Kommunikation und Kultur

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constance.frey(at)volkssolidaritaet.de

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Mario Zeidler

Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

+ 49 30 403 66 10 21

mario.zeidler(at)volkssolidaritaet.de

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