Bildung eines überverbandlichen Bündnisses freier Berliner Kitaträger

Start für das Bündnis freier Kita-Träger in Berlin: Nach einem Jahr Arbeit und Notbetrieb in der Corona-Pandemie sind Beschäftigte, Leitungen und Träger von Kitas in Berlin immer wieder an ihre Grenzen gekommen. Dennoch hat der Senat in dieser Zeit fortwährend für Irritationen in der Kita-Landschaft gesorgt: Die Solidarzahlung der Träger an das Land Berlin oder die Verwehrung der Hauptstadtzulage für die Beschäftigten der freien Träger sind unerhörte Vorgänge und bundesweit einmalig. Die Spitzenverbände haben es leider nicht geschafft, den fortwährenden Zumutungen von politischer Seite etwas Wirksames entgegenzusetzen. Bei vielen – vor allem freien – Trägern ist deshalb der Wunsch entstanden, in einen direkten Austausch mit Politik und Verwaltung in der Hauptstadt zu gehen, um den eigenen Anliegen im Sinne der Kita-Beschäftigten und der Berliner Kinder und Familien Gehör zu verschaffen.

 

Die Spitzenverbände in den Verhandlungen stärken

Obwohl nicht nur eine der derzeitigen Regierungsparteien das Prinzip „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ oder „gute Arbeit“ gemäß öffentlicher Tarifverträge an prominenter Stelle in ihr Wahlprogramm aufgenommen hat, erhöht das Land Berlin aktuell den Druck in den Finanzierungsverhandlungen massiv, um eine Refinanzierung der Hauptstadtzulage für Beschäftigte der freien Träger zu verhindern. Deshalb müssen wir die Spitzenverbände der LIGA in ihren Verhandlungspositionen stärken, damit wir eine Erpressung wie bei der Verhandlung des Solidarbeitrages im Jahr 2020 vermeiden können. Das schaffen wir am besten in einem überverbandlichen Bündnis!

Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus in 2021 wollen wir nutzen, um ein Mehr an Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten bei den freien Kita-Trägern zum Ausdruck zu bringen und Kandidatinnen und Kandidaten der Berliner Parteien von der Leistung der Kitas zu überzeugen. Zudem müssen wir in Berlin für die freien Kitas gleiche Arbeitsbedingungen und gleiche Finanzierungsgrundlagen wie bei den Eigenbetrieben sicherstellen.

 

Zeigen, dass wir Teil der Lösung sind

Wir freien Träger stehen für Vielfalt, für Qualität, für Wunsch- und Wahlfreiheit und für die Beteiligung der Zivilgesellschaft an der öffentlichen Aufgabenerfüllung in der frühen Bildung. Freie Träger haben die Hauptlast beim Ausbau von Kitaplätzen und bei der Steigerung der Ausbildungszahlen von pädagogischen Fachkräften gestemmt. Aktuell ist der Kita-Ausbau fast zum Stillstand gekommen: eine große Zahl von Kitaprojekten, die die freien Träger zur Baureife gebracht haben, liegen wegen fehlender öffentlicher Finanzierung auf Eis. Darüber hinaus wird die Bereitschaft der freien Träger, Quereinsteiger*innen im laufenden Betrieb auszubilden, von der Finanzverwaltung jetzt auch noch als Druckmittel verwendet, um Proteste gegen die unfaire Regelung zur Hauptstadtzulage zu unterbinden.

 

Aktuelle Themen sichtbar machen

Unser neues Trägerbündnis hat den Austausch auf Augenhöhe zwischen Politik, Verwaltung und den Berliner Kita-Trägern zum Ziel. Aktuelle Themen, die freien Kita-Trägern und ihren Beschäftigten unter den Nägeln brennen, wollen wir politisch wieder sichtbar und hörbar machen. Wir sind bereit, uns zu aktuellen Themen einzubringen: ob in den Feldern Digitalisierung in der Frühpädagogik, frühe Sprachbildung, Verstärkung der Demokratiebildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Berliner Kitas – wir können Politik und Verwaltung sowohl unser Know-how als auch aktuelle Praxisbeispiele aus unseren Kitas liefern!

 

Unser neues Bündnis der freien Kita-Träger plant folgende Aktivitäten:

  • Gemeinsame Aktionen zur Aufwertung und Wertschätzung der Berliner Erzieherinnen und Erzieher;
  • Diskussion von gemeinsam entwickelten Wahlprüfsteinen für Berliner Kitas mit Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl zum Abgeordnetenhaus;
  • Bildung einer Arbeitsgruppe zu digitaler Bildung und Aufruf für einen Digitalpakt für frühe Bildung in Berlin. Sammlung von Aktivitäten und Ideen und Vorbereitung einer öffentlichen Veranstaltung (ggf. digital) im Sommer 2021;
  • Bildung einer zweiten Arbeitsgruppe zur Abstimmung von gemeinsamen Aktivtäten zur frühen Demokratiebildung im Vorfeld und zur Begleitung der Wahlen zum Abgeordnetenhaus;
  • Sammlung von Projekten zur gelebten Partizipation in Kitas der freien Träger und Einladung von Kandidatinnen und Kandidaten in möglichst viele Einrichtungen und offener Austausch zu Themen der Demokratiebildung und zu Erwartungen von Beschäftigten, Familien und Kindern an die Landespolitik.

Das Bündnis freier Kita-Träger soll keine dauerhafte Institution werden, sondern als Bündnis auf Zeit Bewegung in Politik, Verwaltung und Spitzenverbände bringen. Corona hat hier offenbar eine Distanz erzeugt – diese wollen wir mit intensivem Engagement abbauen.

 

Der Gründungsaufruf für das Trägerbündnis wird von folgenden Erstunterzeichnenden getragen:

Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Berlin-Nordost e. V.

Evangelischer Kirchenkreisverband für Kindertageseinrichtungen Berlin Mitte-Nord

FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH

Gemeinnützige BOOT GmbH

Hanna gGmbH

IB Berlin-Brandenburg gGmbH#

INA.KINDER.GARTEN gGmbH

Jugendwerk Aufbau Ost JAO gGmbH

Kinder und Jugend der Volkssolidarität Berlin gGmbH

pad – präventive, altersübergreifende Dienste im sozialen Bereich – gGmbH

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